Die antideutsche Argumentation funktioniert grob ungefähr so:

"Die Deutschen" haben den Holocaust begangen, "die Juden" müssen deshalb in Israel vor Antisemitismus geschützt werden. Damit Israel sich verteidigen kann, ist es legitim Krieg, Folter und Vertreibung anzuwenden. Gerade "als Deutscher" muss man deshalb antideutsch und israelsolidarisch sein. "Die Moslems" sind dabei die größte Gefahr für "die Juden", westliche Angriffe gegen arabische oder muslimische Länder sind deshalb hinzunehmen oder zu unterstützen.

Die größten Anfeindungen kann man erleben, wenn man die Angriffskriege Israels verurteilt und wenn man die Unterdrückung der Menschen im Gazastreifen und Westjordanland als Verbrechen bezeichnet.

Damit wird eine bundesdeutsche Staatsräson von sog. Anti-Deutschen nachgebetet. Auch in der deutschen Parteipolitik spielt die Haltung zu Israel eine große Rolle. Israelsolidarität ist die Reifeprüfung für Regierungstauglichkeit, also Kriegseinsatztauglichkeit.

Der Nahostkonflikt ist also zugleich Projektionsfläche für deutsche Antideutsche und ein wichtiges Feld der deutschen Außenpolitik.

Um sich einen Überblick zu diesen Fragen zu verschaffen, wollen wir einige Links und Texte empfehlen. Wir selbst sind gerade dabei, uns eine Meinung zu dem Thema zu erarbeiten und wollen es gerne inhaltlich diskutieren.

Ein kurzer Überblick zeigt die historischen Ursprünge des Konflikts. Ein Interview mit Moshe Zuckerman zu Mauerbau und Zwei-Staaten-Lösung reißt den aktuellen Stand kurz an. Eine Buchbesprechung zur israelischen Gesellschaft soll verdeutlichen, dass Israel etwas ganz anderes ist, als von Antideutschen phantasiert – nämlich eine Klassengesellschaft mit entsprechendem Konflikt. Weitere Informationen zur Geschichte des Konflikts und möglichen Lösungen sind auf der Website des Friedensaktivisten Uri Avnery zu finden.

Zur neuesten Debatte innerhalb der Partei DIE LINKE um Israel sind die Reden von Gregor Gysi und Wolfgang Gehrcke, sowie Kritik daran von Werner Pirker zu finden. (Hier der Link zur Kritik von Pirker an Gehrcke).