Mittlerer Osten: Klassenkampf statt allgemeinem Chaos

Mittlerer Osten: Klassenkampf statt allgemeinem Chaos

Bombardements au Liban : contre le chaos généralisé au Moyen-Orient, développer le camp des travailleurs!

Against the generalised chaos in the Middle East, develop the camp of the workers!

Mittlerer Osten: Klassenkampf statt allgemeinem Chaos

 

Union Locale CNT de Besançon and Syndicat CNT interco 39 (Jura), 25.07.06

"Wieder einmal erklären wir unsere vollständige Solidarität mit allen Organisationen, die im Mittleren Osten – wie wir in Europa und anderswo in der Welt – für die Interessen der ArbeiterInnen, für die vollständige Gleichheit zwischen allen Menschen der Region, für die Emanzipation der Frauen gegen reaktionäre Traditionen und religiöse Strömungen, für die völlige Säkularisation und – über all das hinausweisend – für die Errichtung einer anderen Zukunft, die frei von Kriegen, Grausamkeiten, Rassismus, Sexismus und kapitalistischer Ausbeutung ist, kämpfen". Mit diesem Satz endet ein Aufruf der UL CNT Besançon und des Syndicat CNT interco 39 (Jura) aus Frankreich. Wir dokumentieren den Text, weil er eine Klassen-Perspektive jenseits der Solidarisierung mit einer der Kriegsparteien einfordert und wünschen dem Text eine möglichst große Verbreitung.

Bomben auf den Libanon, die Invasion des Gaza-Streifens, der Raketenbeschuss von Haifa und des israelischen Nordens, Chaos im Irak, Kriegsdrohungen gegen den Iran – die massiven Bombardierungen und der israelische Einmarsch in den Libanon sind ein neuer Schritt hin zu einem allgemeinen Chaos im Mittleren Osten. Noch mehr Tote, noch mehr Leid, noch mehr Zerstörung in einer Region, die bereits mit dem Chaos des sektiererischen Bürgerkrieges im Irak, mit den Bombardements und der blutigen Militärinvasion im Gaza-Streifen und der zunehmend unmenschlicheren Blockade der West Bank gestraft ist.

Sowohl auf der israelischen Seite als auch auf der der Hezbollah-Milizen, sprechen die Führer von der „Verteidigung der Bevölkerung“. Aber die israelischen Militärinterventionen haben – weit davon entfernt, die Sicherheit der Menschen im Land zu garantieren – nur dazu geführt, dass mehr Raketen denn je auf Städte und Dörfer des israelischen Nordens herabregnen. Besonders auf Haifa, wo acht Eisenbahnarbeiter getötet wurden. Was die Hezbollah angeht, hat deren Gefangennahme israelischer Soldaten als Ausrede für die israelischen Kolonialtruppen gedient, einen zerstörerischen und mörderischen Irrsinn gegen die libanesische Bevölkerung in der Gesamtheit zu entfachen.

Diese neue militärische Eskalation in der Region muss im Zusammenhang mit dem vollständigen sektiererischen Chaos und der Besatzung, die den Irak ausbluten, gesehen werden, ebenso wie mit dem afghanischen Morast und den dortigen Besatzungstruppen und dem derzeitigen Konflikt zwischen dem Iran und den USA über die Frage der Atomenergie.

Über den derzeitigen Schrecken hinaus, gibt es gute Gründe für die Furcht, dass die gesamte Region in einen offenen Krieg unter Einbeziehung Syriens oder des Iran hineingezogen werden könnte oder dafür, dass sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA bzw. zwischen deren Stellvertretern (Hezbollah und Hamas auf der einen Seite, Israel auf der anderen) in einen offenen Krieg verwandeln könnte, der wieder einmal Massaker, Bombardierungen und Leid über Millionen von Menschen bringen würde.

In dieser blutigen militärischen Eskalation zwischen den imperialistischen Kräften der USA und Israels auf der einen Seite und den reaktionären Milizen des politischen Islams auf der anderen, haben die ArbeiterInnen und ganz allgemein die Menschen der Region, nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren.

Das allgemeine Chaos des Bürgerkrieges zwischen rivalisierenden bewaffneten Banden, eine Verfassung die mit dem Segen des Weisen Hauses und der anderen Besatzungsmächte die Sharia im Irak einführt, die Fortführung grausamer Praktiken wie der Steinigung und das Einknasten der afghanischen Frauen in die Burka, ganz zu schweigen von der rassistischen Diskriminierung und den täglichen Schikanen an den Checkpoints in den besetzten palästinensischen Gebieten, belegen allesamt, dass der Sieg der imperialistischen Truppen nicht die geringsten Verbesserungen hinsichtlich elementarer Menschenrechte mit sich bringt. In gleichem Maße erinnert uns der Druck seitens der verschiedenen Gangs des politischen Islam – egal ob es um die Durchsetzung der Verschleierung gegenüber den Frauen geht, oder den Versuch, eine richtiggehende sexistische Apartheid durchzusetzen oder die Verweigerung fundamentaler Menschenrechte für die Bevölkerung unter ihrem Joch – dass diese Gruppen keine Befreiungsorganisationen sind sondern lediglich bewaffnete Gangs, die eine Unterdrückung durch eine andere ersetzen wollen.

Diese militärische Eskalation im Mittleren Osten dient ausschließlich den herrschenden Klassen und den Führern der bewaffneten Gangs. In Israel, das in einer schweren sozialen Krise steckt und wo derzeit 20% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sucht die herrschende Klasse u.a. die militärische Eskalation im Libanon und Palästina, um eine Explosion von Arbeiterkämpfen zu verhindern. Für die reaktionären Gangs Hamas und Hezbollah ist dieser Krieg ebenfalls ein Segen, rechtfertigt er doch die Existenz ihrer Milizen und hilft ihnen, den Würgegriff um die Bevölkerung zu verstärken. Für das Regime des Iran wiederum ist der Konflikt mit den USA ein Geschenk, das vom Himmel fiel, und mit dessen Hilfe es die derzeitige Welle von Kämpfen der ArbeiterInnen und der Frauen zu entschärfen versucht.

So sehr wir die militärische Eskalation verurteilen und zu einem sofortigen Waffenstillstand und einem Ende der Bombardements sowie zum Rückzug der israelischen Truppen auf dem Libanon und den besetzen palästinensischen Gebieten aufrufen, wissen wir auch, dass es unsere dringliche Aufgabe als internationalistische ArbeiterInnen ist, die Entwicklung einer dritten Kraft zu unterstützen. Diese dritte Kraft sind die ArbeiterInnen des Mittleren Ostens, die sich gleichzeitig gegen die imperialistische Herrschaft und gegen die islamistische Unterdrückung stellen müssen. Wieder einmal erklären wir unsere vollständige Solidarität mit allen Organisationen, die im Mittleren Osten – wie wir in Europa und anderswo in der Welt – für die Interessen der ArbeiterInnen, für die vollständige Gleichheit zwischen allen Menschen der Region, für die Emanzipation der Frauen gegen reaktionäre Traditionen und religiöse Strömungen, für die völlige Säkularisation und – über all das hinausweisend – für die Errichtung einer anderen Zukunft, die frei von Kriegen, Grausamkeiten, Rassismus, Sexismus und kapitalistischer Ausbeutung ist, kämpfen.

Bombardements au Liban : contre le chaos généralisé au Moyen-Orient, développer le camp des travailleurs!

 

Union Locale CNT de Besançon and Syndicat CNT interco 39 (Jura), 25.07.06

Bombardements au Liban, intervention à Gaza, tirs de roquettes sur Haïfa et le Nord d’Israël, chaos en Irak, menaces de guerre en Iran…

Contre le chaos généralisé au Moyen-Orient,développer le camp des travailleurs !

Les bombardements massifs et l’intervention terrestre israéliennes au Liban sont une nouvelle étape vers un chaos généralisé au Moyen-Orient, ajoutant de nouveaux morts, de nouvelles souffrances et de nouvelles destructions à une région déjà touchée par la chaos de la guerre civile sectaire en Irak, les bombardements et interventions militaires sanglantes dans la Bande de Gaza et les bouclages toujours plus inhumains en Cisjordanie. Tant du côté israélien que des milices du Hezbollah, les dirigeants parlent de « défendre leurs populations ». Mais les interventions militaires israéliennes, loin d’assurer la sécurité au peuple du pays, n’ont eu comme conséquence que la multiplication des tirs de roquettes sur les villes et villages du Nord, en particulier Haïfa, où huit travailleurs des chemins de fer ont trouvé la mort. Quand au Hezbollah, sa capture de soldats israéliens a servi de justification aux forces coloniales d’Israël pour se lancer dans une folie destructrice et meurtrière à l’encontre de l’ensemble de la population libanaise. Cette nouvelle escalade militaire dans la région ne peut qu’être mise en perspective avec à la fois le chaos total de la guerre sectaire et de l’occupation qui ensanglante l’Irak, le bourbier afghan où se trouvent les forces d’occupation, et le conflit actuel entre l’Iran et les USA sur le nucléaire. Au delà de l’atrocité actuelle de ces guerres, tout laisse craindre un embrassement généralisé de la région, avec, pourquoi pas, une intervention militaire de la Syrie, voire de l’Iran, ou la transformation du conflit Iran/USA par alliés interposés (Hezbollah et Hamas d’un côté / Israël de l’autre) en guerre ouverte, avec, une fois encore, des massacres, des bombardements et des souffrances pour des millions d’êtres humains.

Dans cette escalade militaire sanglante, entre d’un côté les forces impérialistes des USA et d’Israël et de l’autre les milices réactionnaires de l’Islam politique, les travailleuses et travailleurs, et plus largement les peuples de la région, n’ont rien à gagner mais tout à perdre. En plus du chaos généralisé de la guerre civile entre bandes armées rivales, l’application d’une constitution basée sur la charia avec la bénédiction de la Maison Blanche et des autres troupes d’occupation en Irak, le maintien de pratiques barbares comme la lapidation et l’enfermement des femmes sous la burqa en Afghanistan, sans même parler des discriminations racistes et des vexations quotidiennes au check-points dans les territoires palestiniens occupés montrent bien qu’une victoire des troupes impérialistes n’apporte pas la moindre amélioration en ce qui concerne les droits humains les plus basiques. De même, les pressions des différents gangs de l’Islam politique, que ce soit pour imposer le voile aux femmes, instaurer un véritable apartheid sexiste et nier les droits humains fondamentaux aux populations qui subissent leur joug, rappellent qu’il ne s’agit là en rien de force de libération, mais juste de bandes armées cherchant à remplacer une oppression par une autre.

Cette escalade militaire au Moyen-Orient sert exclusivement les classes dirigeantes et leaders de bandes armées. En Israël, touché par une crise sociale (20% de la population en dessous du seuil de pauvreté), la bourgeoisie cherche par l’escalade militaire au Liban et en Palestine, entre autre, à éviter une explosion de luttes ouvrières. De même, pour les gangs réactionnaires du Hamas et du Hezbollah, cette guerre est une bénédiction pour justifier l’existence de leurs milices et accroître leur main mise sur la population. Quant à l’Iran, le conflit avec les USA est un cadeau tombé du ciel pour désamorcer la récente montée des contestations ouvrières et féministes.

Si nous dénonçons fermement cette escalade militaire, appelons au cessez-le-feu immédiat, à l’arrêt des bombardements et au retrait des troupes israéliennes du Liban et des Territoires Palestiniens occupés, nous considérons, en tant que travailleuses et travailleurs internationalistes, qu’une de nos tâches urgentes est de soutenir le développement d’un troisième camp, le camp des travailleurs, au Moyen-Orient à la fois contre la domination impérialiste et l’oppression islamiste. Nous réaffirmons notre solidarité complète avec les organisations qui, au Moyen-Orient, luttent, comme nous en Europe ou ailleurs dans le monde, pour les intérêts des travailleurs, l’égalité complète entre tous les peuples de la région, l’émancipation des femmes contre les traditions réactionnaires et les courants religieux, la laïcité et, au delà, la création d’un autre futur libéré des guerres, des atrocités, du racisme, du sexisme et de l’exploitation capitaliste.

Against the generalised chaos in the Middle East, develop the camp of the workers!

 

Union Locale CNT de Besançon and Syndicat CNT interco 39 (Jura), 25.07.06

Bombing in Lebanon, invasion of Gaza, firing of rockets into Haifa and the north of Israel, chaos in Iraq, threats of war with Iran…

Against the generalised chaos in the Middle East,develop the camp of the workers!

The massive bombings and the ground invasion by Israel of Lebanon are a new stage towards a generalised chaos in the Middle East, adding new deaths, new suffering and new destruction in an area already touched by the chaos of the sectarian civil war in Iraq, the bombings and bloody military interventions in the Gaza Strip and increasingly inhumane blockades in the West Bank.

On both the Israeli side and that of the Hezbollah militia, the leaders speak of "defending their populations". But the Israeli military interventions, far from guaranteeing the safety of the people of the country, have only led to more rockets raining down on the towns and villages of the North, in particular in Haifa, where eight railworkers were killed. As for Hezbollah, its capture of Israeli soldiers has served as an excuse for the colonial forces of Israel to launch a destructive and murderous frenzy against the whole Lebanese population.

This new military escalation in the area must be seen in the context of the total chaos of sectarian war and occupation which bloodies Iraq, the Afghan morass under its occupying forces, and the current conflict between Iran and USA over the question of nuclear power.

Beyond the current atrocity of these wars, we are right to fear that the whole region may be sucked in, with, possibly, the military intervention of Syria, even of Iran, or the transformation of the Iran/USA conflict by their proxies (Hezbollah and Hamas on one side/Israel on the other) into open war, with, once again, massacres, bombings and suffering for millions of human beings.

In this bloody military escalation, between on the one side the imperialist forces of the USA and Israel and on the other side the reactionary militias of political Islam, the workers, and more generally the people of the area, have nothing to gain but everything to lose.

The generalised chaos of civil war between rival armed bands, the application of a constitution based on the sharia with the blessing of the White House and the other occupation troops in Iraq, the maintenance of cruel practices like stoning and locking up of women under the burqa in Afghanistan, not to speak of the racist discrimination and daily vexations at the check-points in the Occupied Palestinian Territories, clearly demonstrate that a victory of the imperialist troops does not bring the least improvement with regard to the most basic human rights. In the same way, the pressures of different political Islamist gangs, whether to impose the veil on women, or to install a veritable sexist apartheid and deny fundamental human rights to the populations under their yoke, remind us that these are not any kind of liberation forces, but just armed gangs seeking to replace one oppression by another.

This military escalation in the Middle East only serves the ruling classes and the leaders of the armed gangs. In Israel, touched by a social crisis (20% of the population live below the poverty line), the ruling class seeks by the military escalation in Lebanon and Palestine, among other things, to avoid an explosion of workers’ struggles. In the same way, for the reactionary gangs of Hamas and Hezbollah, this war is a blessing, justifying the existence of their militias and increasing their grip on the population. As for Iran, the conflict with the USA is a gift fallen from heaven to defuse the recent rise of workers’ and feminist struggles.

Just as we firmly denounce this military escalation, calling for an immediate cease-fire, and an end to the bombings, and withdrawal of Israeli troops from Lebanon and the Occupied Palestinian Territories, we believe, as internationalist workers, that one of our urgent tasks is to support the development of a third camp – the camp of the workers – in the Middle East, at one and the same time against imperialist domination and against Islamist oppression. We reaffirm our total solidarity with the organisations that fight, in the Middle East, like us in Europe and elsewhere in the world, for workers’ interests, for complete equality between all the peoples of the region, for women’s emancipation against reactionary traditions and religious currents, for secularism and, beyond that, for the creation of another future free from wars, atrocities, racism, sexism and capitalist exploitation.